Wer mit dem Auto einen Unfall hat, ist meist geschockt von dem Vorfall, aber gleichzeitig muss man dann auch einen kühlen Kopf bewahren und viele Dinge abklären und regeln. Das geliebte Fahrzeug kann auf einmal nicht mehr genutzt werden, die Angehörigen machen sich Sorgen und müssen informiert werden, die Versicherung muss für die Übernahme der Kosten informiert werden und dann muss man vielleicht auch noch einen KFZ-Gutachter bestellen. Doch wann wird der Gutachter gebraucht, was kostet er und wer bezahlt ihn? Alles Fragen, die einem im ersten Schockmoment gar nicht in den Sinn kommen, die aber später bei einem Rechtsstreit über die Schadenshöhe oder auch beim Wiederverkauf vom Fahrzeug eine entscheidende Rolle spielen können. Unser Ratgeber soll Aufschluss geben über alles rund um den Sachverständigen.

Handelt es sich um einen Haftpflichtfall oder einen Kaskoschaden?

Wer nicht gerade selbst bei einer Autoversicherung arbeitet oder sich mit dem Versicherungsrecht gut auskennt, für den kann die Unterscheidung zwischen Haftpflicht oder Kasko schon einmal zur kniffligen Aufgabe werden. Dennoch ist es sehr wichtig zwischen der Haftpflicht- oder der Kaskoversicherung unterscheiden zu können, denn beide Versicherungen greifen für unterschiedliche Kosten. So handelt es sich um einen Haftpflichtfall, wenn nach einem Unfall Schadensersatz durch den Unfallverursacher an das Opfer für entstandene Sachschäden zu zahlen ist. Die Haftpflichtversicherung übernimmt in dem Fall alle Kosten, die das Opfer zur Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandes seines Fahrzeuges hatte – sie zahlt also für alle Kosten, die dem Unfallgegner entstanden sind, wenn man selber der Unfallverursacher ist und es sich beim Gegner um das Unfallopfer handelt. Wichtig ist hier die 30-Prozent-Regel: Sie besagt, dass die Reparaturkosten auch dann von der gegnerischen Versicherung getragen werden, wenn sie die Differenz des Wiederbeschaffungswerts abzüglich des Restwerts eben um die angesprochenen 30 Prozent übersteigen. Somit dürfen die Reparaturkosten höchstens 130 Prozent des Wiederbeschaffungswerts betragen. Die Voraussetzung für die Begleichung eines Haftpflichtschadens nach der 30-Prozent-Regel ist allerdings, dass der entsprechende Schaden durch ein Schadensgutachten nachgewiesen wurde. Und genau hier kommt der KFZ Gutachter ins Spiel. Ohne Beanstandungen zahlt die Haftpflichtversicherung nur in Fällen, die unter der Grenze für einen Bagatellschaden (bis maximal 750 Euro) bleiben. Hier braucht es kein Gutachten, sondern es genügt meist der Kostenvoranschlag einer Kfz-Werkstatt.

Die Schäden am eigenen Fahrzeug bekommt der Unfallverursacher hingegen von der Teil – oder Vollkaskoversicherung zurückerstattet. Hier werden Schäden meist bis zu einer Höhe von rund 2.000 Euro anstandslos übernommen. Allerdings gilt auch hier, dass der Versicherungsnehmer den Schaden durch den Bericht einer Kfz-Werkstatt sowie durch Fotos dokumentieren und nachweisen kann. Gehen die Kosten über den oben genannten Betrag hinaus, so wird meist das Schadensgutachten eines Sachverständigen verlangt. Zu beachten ist hierbei, dass eine Kaskoversicherung in der Regel höchstens für den Wert der Wiederbeschaffung eines Fahrzeuges aufkommt und den ermittelt nun mal ein Gutachter. Und weil der Wiederbeschaffungswert bei den im Schadenfall ausgezahlten Summen eine wesentliche Rolle spielt, kommt ein Unfallgutachten eigentlich in dem Fall einem Wertgutachten gleich.

Wann wird ein Sachverständiger gebraucht?

Genau wie beim Schadenersatz nach einem Unfall mit Personenschaden, muss auch beim Sachschaden erst einmal nachgewiesen werden, dass es sich um einen Schaden am Kfz handelt und wie hoch der dann ist. Hier muss der geschädigte Fahrzeugbesitzer den Anspruch nachweisen, denn nur damit kann er seine Forderung auch plausibel begründen. Und in einem solchen Fall können nur unabhängige Kfz-Sachverständige den Schaden glaubwürdig beurteilen. Durch den Einsatz einer derartigen dritten Instanz lassen sich Streitigkeiten zwischen dem Unfallverursacher und dem Unfallopfer beilegen. Somit wird sichergestellt, dass der Geschädigte nicht unrechtmäßig Schäden geltend macht, die bereits vor dem eigentlichen Unfall bestanden haben. Das ist natürlich ganz im Sinne der Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers, die natürlich nicht für etwas aufkommen will, was nichts mit dem eigentlichen Fall zu tun hat. Andererseits sorgt ein Gutachten auch dafür, dass sich der Unfallverursacher seiner Schuld nicht entziehen kann. In einem Unfallgutachten wird nach dem Schadenfall genau geklärt, welcher Sachschaden von ihm verschuldet wurde.

Ähnliche Motive für den Einsatz von einem Kfz-Gutachter liegen auch im Kaskofall vor. In einem solchen Fall können die Versicherung und der Geschädigte Klarheit darüber erlangen, welcher Schaden tatsächlich durch den Unfall hervorgerufen wurde und wie hoch letztendlich die Schadenssumme für die Schadenabwicklung ausfällt. Klar ist, dass jeder Schadenfall einen Einfluss auf den Gesamtwert des Fahrzeuges und auf dessen Wertminderung hat. Beides hat letztendlich beim Verkauf vom Gebrauchtwagen einen erheblichen Einfluss auf den Preis, der dann erzielt wird.

Landen Streitigkeiten zwischen zwei an einem Unfall beteiligten Parteien vor Gericht, dann ist der Richter in seiner Entscheidung maßgeblich auf die Feststellungen eines Kfz-Unfall-Gutachters angewiesen. Das ist wichtig, denn ein Richter kann ja nicht jeder Partei vollkommen ohne Vorbehalt glauben, sondern muss objektiv auf Grund von Fakten urteilen können. Eine Verpflichtung seitens des Gerichtes, selbst einen KFZ-Gutachter zu beauftragen, besteht in der Regel nicht. Das Gericht kann sich mit der Vorlage des Schadensgutachtens eines Kfz-Sachverständigen durch den Geschädigten zufriedengeben. Vorausgesetzt, es liegen keine Anhaltspunkte für gravierende Mängel vor und der Unfallgegner bestreitet die Feststellungen des Unfallgutachters nicht. Hat der Unfallgegner allerdings ein eigenes Schadensgutachten in Auftrag gegeben, was im Ergebnis maßgeblich vom von der anderen Partei vorgelegten Gutachten abweicht, dann wird meist eine gerichtliche Begutachtung angeordnet.

Was kostet der Einsatz eines Gutachters?

Jeder Gutachter erhält für die Ausstellung eines Gutachtens ein Honorar. Dessen Höhe lässt sich vorgefertigten und vorgeschriebenen Tabellen entnehmen, die von großen Verbänden angefertigt werden. Als Faustregel gilt, dass sich die Hohe des Honorars nach der Höhe des Schadens richtet. Je höher ein Unfallschaden und damit auch je höher der Aufwand für dessen Ermittlung, umso höher wird das Gutachterhonorar ausfallen. Meist wird ein festes Honorar pro Fall vereinbart. Die Höhe des Honorars ist eigentlich immer ein Prozentsatz der Schadenshöhe, wobei der Prozentsatz mit steigender Schadenshöhe geringer wird. Ein Beispiel: Beträgt die Schadenshöhe 1.000 Euro, geben einige Tabellen einen Prozentsatz von 35 % an, woraus sich ein Gutachterhonorar von 350 Euro ergibt. Beträgt die Schadenshöhe nun 20.000 Euro, so kann es sein, dass der Prozentsatz bei nur noch 7 % liegt. Das Honorar des Gutachters beträgt in dem Fall 1.400 Euro. Neben dem eigentlichen Honorar werden in der Abrechnung auch noch zusätzlich entstehende Nebenkosten für notwendige Fahrten, Porto, Telefonate oder die Erstellung von Fotos gesondert ausgewiesen. In Ausnahmefällen, beispielsweise bei einem besonders schwierigen und komplexen Fall, kann es aber auch vorkommen, dass ein vorher vereinbarter Stundensatz gezahlt wird. Liegt die Schadenshöhe unter 750 Euro, dann wird meist von einem Bagatellschaden ausgegangen und es ist kein Gutachter nötig. Hier reicht dann meist ein Kostenvoranschlag der Kfz-Werkstatt. Wer sich allerdings unsicher ist, ob nicht doch ein höherer Schaden vorliegt, der kann ein Kurzgutachten in Auftrag geben, das wesentlich günstiger ist. Landet der Fall dann aber vor Gericht, so wird das Kurzgutachten dort nicht anerkannt. Es muss dann durch ein komplettes Schadengutachten abgelöst werden.

Wer bestellt und bezahlt den Sachverständigen?

Hier gilt meist, wie bei jeder auf dem freien Markt erbrachten Leistung: Wer bestellt, bezahlt auch! Doch wer ist nun für die Bestellung des Sachverständigen zuständig? Das hängt ganz davon ab, ob es sich um einen Haftpflicht- oder einen Kaskofall handelt und wer letztendlich die Schuld trägt bzw. wie die auf die Parteien aufgeteilt wird. Ein Beispiel: Wer ein anderes, stehendes Auto beim Ausparken touchiert und dabei Kratzer verursacht, ist ganz klar schuld am Unfall und am entstandenen Schaden. In dem Fall muss die Haftpflichtversicherung vom Unfallverursacher für den Schaden am Auto des Geschädigten aufkommen. Ausnahme: Man will nach dem Unfall nicht in eine schlechtere Schadensfreiheitsklasse vom Versicherer eingestuft werden und entscheidet sich, den Schaden selber zu begleichen. Entscheidet man sich hingegen für die Regulierung über die Kfz-Versicherung, dann muss die Autoversicherung auch die Kosten für den Gutachter übernehmen, denn die sind dann Teil der vom Unfallverursacher hervorgerufenen Kosten. Eine Besonderheit gibt es: Im Haftpflichtfall kann sich das Unfallopfer den Kfz-Sachverständigen selbst aussuchen. Die dafür entstehenden Kosten sind vom Unfallverursacher, bzw. von dessen Kfz-Versicherung zu tragen. Auch wenn die Gegenseite bereits ein Gutachten vorgelegt hat, so hat man als Geschädigter in einem derartigen Fall dennoch das Recht, einen eigenen Sachverständigen des Vertrauens für ein Unfallgutachten hinzu zu ziehen und auch dann muss die Versicherung des Schuldners die Kosten für die Begutachtung übernehmen.

Anders verhält es sich im Kaskofall, denn hier darf der Geschädigte sich den Gutachter nicht selber aussuchen. Der KFZ-Gutachter wird hier immer von der Versicherung vorgeschlagen, bestellt und bezahlt. Die Kosten für das KFZ-Gutachten werden von der Kaskoversicherung nur übernommen, wenn sie auch den Auftrag dazu ausgelöst hat. Wer hier eigenständig einen Gutachter beauftragt, muss auch die Kosten für das Schadengutachten tragen. Wenn beide Parteien eine gewisse Schuld am Unfall tragen, dann werden auch die Kosten für das Unfallgutachten anteilig verteilt.

Ein enges Parkhaus oder enge Parklücken in der Innenstadt sind oft Schauplätze für einen kleinen Autounfall. Das ist für alle Beteiligten sehr ärgerlich, auch wenn in den meisten Fällen die KFZ-Versicherung die Regulierung der Schäden übernimmt. Das kann für den Unfallverursacher aber schnell teuer werden und die Regulierung klappt auch nur, wenn ein paar einfache Regeln beachtet wurden. Welche das sind und wie Sie einen Blechschaden am Auto richtig melden und regulieren, wird in unserem ausführlichen Ratgeber geklärt. Hier erfahren Sie, wie Sie am Ende nicht auf den Kosten sitzen bleiben und wie Sie den Zeitaufwand so gering wie möglich gestalten können.

Kleiner Schaden: Wann handelt es sich um einen Bagatellschaden?

Die Autos auf unseren Straßen werden immer größer und auch immer mehr. Die Gefahr von Unfällen ist damit permanent gegeben, auch wenn mittlerweile viele elektronische Helfer im Fahrzeug selbst den Fahrer entlasten sollen. Wer aber nicht über ein Auto verfügt, das selber einparkt, das die Umgebung mit Kameras und Radar überwacht und das auch aktiv bremst, wenn Hindernisse auftauchen, der kann schnell in einen Unfall verwickelt werden. Ein kleiner Moment der Unaufmerksamkeit und schon ist es passiert. Dann kommt es darauf an, dass Sie einen Blechschaden am Auto richtig melden, um nicht später vom Versicherer in Regress genommen zu werden. Klar ist erst einmal, dass zum Glück nicht bei jedem Autounfall Menschen zu Schaden kommen und dass auch nicht immer ein immenser Sachschaden entsteht.

Ein Kratzer am Lack, eine Delle im Blech oder eine abgefahrene Spiegelkappe sind allesamt kleinere Unfallschäden, die als Bagatellschaden angesehen werden können. Kleinere Schäden werden als Bagatellschäden bezeichnet, wenn die Schadenssummer, je nach Versicherer nicht mehr als 700 Euro beträgt. Bei anderen Versicherungen kann der Schadenswert auch 800 Euro betragen und dennoch greift dann die Bagatellschadenregelung. Die genaue Höhe, bis zu der Schäden als Bagatellen angesehen werden, ist meist in den Versicherungsunterlagen der jeweiligen Autoversicherung vermerkt. In einem solchen Fall reicht dem Versicherer in der Regel der Kostenvoranschlag einer KFZ-Werkstatt aus. Aber auch bei einem kleinen Blechschaden gilt: Wartet der Unfallverursacher nicht, bis der Unfallgegner zu seinem Auto zurückkommt und entfernt er sich unerlaubt vom Unfallort, so handelt es sich auch hier um eine Fahrerflucht – in einem solchen Fall drohen nicht nur eine Geldstrafe, Punkte ins Flensburg und ein Führerscheinentzug, sondern auch der Verlust des Haftpflicht- und Kaskoschutzes bei der Versicherung.

Den Blechschaden richtig regulieren

Damit die Versicherer auch zahlen, kommt es vor allem darauf an, als Erstes einmal zu klären, ob die Schuldfrage eindeutig ist. Sind Sie beispielsweise beim Ausparken mit Ihrem Fahrzeug gegen ein korrekt abgestelltes Auto gefahren, dann ist schnell klar, dass Sie der Unfallverursacher sind. Auch bei einem klassischen Auffahrunfall an einer roten Ampel ist die Schuldfrage ziemlich schnell und eindeutig beantwortet. In einem solchen Fall übernimmt die Autoversicherung des Unfallverursachers auch die Kosten für die entstandenen Schäden am Fahrzeug des Unfallgegners.

Dabei übernimmt die Haftpflichtversicherung die Kosten für den Blechschaden am Fahrzeug vom Unfallgegner und die Vollkaskoversicherung, sofern vorhanden, zahlt für die Schäden am Fahrzeug des Unfallverursachers. Ist die Sachlage in der Schuldfrage nicht ganz so eindeutig, empfiehlt es sich die Polizei zu rufen. Die kommt dann meistens auch und nimmt zumindest die Personalien aller Unfallbeteiligten auf. Zu einer Sicherung der Unfallspuren kommt es hingegen meist nur dann, wenn es einen Verdacht auf eine Straftat gibt, also wenn zum Beispiel Alkohol oder Drogen im Spiel gewesen sein könnten. Die Polizei ist allerdings nicht zuständig für die Durchsetzung der eigenen Schadensersatzansprüche. Wenn jedoch beide am Unfall mit Blechschaden beteiligte Parteien anwesend sind und sich über die Schuldfrage einig sind, dann reichen Fotos zur Dokumentation des Unfallgeschehens und das Ausfüllen des Europäischen Unfallberichtes aus. Zudem sollten die Versicherungsdaten, Anschrift und Telefonnummer, das Kfz-Kennzeichnen sowie der Ort und die Zeit des Unfalls festgehalten werden. Wer damit dann für eine Regulierung des Schadens zu seiner Versicherung geht, ist in den meisten Fällen auf der sicheren Seite.

Was tun nach einem Blechschaden?

Ist der Unfall nun einmal im fließenden Verkehr passiert, wie zum Beispiel bei einem Auffahrunfall am Stauende, so sollten Sie zunächst einmal den Unfallort absichern. Nur so schließen Sie eine Gefährdung für sich und andere aus. Also beim Aussteigen und auch bei der Unfallaufnahme immer auf den Verkehr achten. Ist die Situation und die Schuldfrage klar, sollten schnell ein paar Fotos von der Situation vor Ort gemacht werden und danach können die Fahrzeuge zur Seite gefahren werden, um nachfolgende Verkehrsteilnehmer nicht unnötig zu behindern. Nun sollten die Schäden noch einmal im Detail mit dem Smartphone oder mit einer Digitalkamera dokumentiert werden. Dabei sollten die Schäden klar erkennbar sein. Ein verwackeltes und unscharfes Foto sollte lieber gelöscht und durch ein neues, klares Foto ersetzt werden. Dann geht es daran, den Unfallbericht oder, wenn der nicht vorhanden ist, ein Protokoll auszufüllen. Wichtig ist hier, dass Bericht oder Protokoll jeweils von beiden am Unfall beteiligten Parteien unterschrieben werden. Neben der Dokumentation der Schäden sollten auch die Kontaktdaten der Unfallbeteiligten ausgetauscht werden, das KFZ-Kennzeichen sollte notiert werden und auch persönliche Daten sollten aufgeschrieben werden. Im Idealfall dürfen Sie ein Foto vom Personalausweis oder vom Führerschein des Fahrers bzw. des Fahrzeughalters machen. Auch umstehende Zeugen können im Streitfall wichtig werden – also sollten Sie auch von denen die persönlichen Daten aufnehmen.

Wieder zuhause, sollten Sie den Schaden unverzüglich der Versicherung melden. In der Regel sollte das innerhalb einer Woche nach dem Unfall passieren. Wer also seinen Versicherungsschutz nicht verlieren will, sollte rechtzeitig Meldung machen, denn wer zu spät reagiert, handelt im Zweifelsfall grob fahrlässig und kann auf einem Teil der Schäden sitzenbleiben. Eine spätere Meldung darf nur bei kleineren Blechschäden erfolgen, die vom Versicherten selbst bezahlt wurden, weil der seinen Schadensfreiheitsrabatt retten wollte. Grob fahrlässig handelt zudem, wer unvollständige oder falsche Angaben macht und beispielsweise verschweigt, dass er zu schnell unterwegs war. Wer sich nun nicht sicher ist, ob es sich tatsächlich nur um einen Blechschaden handelt, der kann auch einen Gutachter einschalten. In der Regel kann beim Bagatellschaden davon ausgegangen werden, dass der Versicherung ein Kurzgutachten vom KFZ-Gutachter ausreicht und dass sie dann zahlt.

Fahrerflucht? Nein, Danke!

Doch was ist nun zu tun, wenn der Unfallgegner nicht vor Ort ist? Zunächst einmal sollten Sie 30 bis 60 Minuten warten, ob er zu seinem Fahrzeug zurückkehrt. Wann wie lange gewartet werden muss, ist vor allem von der Tageszeit abhängig. Geschieht ein Unfall nachts in einem Wohngebiet, dann sieht die Sache schon wieder anders aus. Allerdings existiert hierzu keine eindeutige Rechtsprechung. Klar ist nur, ein Zettel mit den eigenen Kontaktdaten oder eine Visitenkarte, die man hinter den Scheibenwischer klemmt, reichen nicht aus. Wenn der andere Fahrzeughalter nach Ende der vorgegebenen Wartezeit nicht auftaucht, müssen die Schäden unbedingt bei der Polizei gemeldet werden. Soll die eigene KFZ-Versicherung für den Blechschaden zahlen, dann sollte auch sie schnellstmöglich informiert werden. Von Vorteil kann es zudem sein, wenn Sie sich die Kontaktdaten von möglichen Zeugen notieren, die bestätigen können, dass Sie ausreichend lange gewartet haben. Wer sich gleich nach dem Unfall unerlaubt vom Unfallort entfernt, begeht rein rechtlich gesehen eine Fahrerflucht. Das gilt auch dann, wenn es sich nur um einen kleinen Blechschaden handelt. Kann man Ihnen als Unfallverursacher im Sinne von § 142 des Strafgesetzbuchs (StGB) eine Fahrerflucht nachweisen, dann kann das im schlimmsten Fall eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren zur Folge haben. Bei weniger gravierenden Fällen kann es dennoch empfindliche Strafen geben. Lag der Schadenswert unter 1.300 Euro, so droht Ihnen laut dem Bußgeldkatalog neben einer Geldstrafe, die bis zu einem Monatsgehalt anwachsen kann, auch noch drei Punkte in Flensburg sowie ein maximales Fahrverbot von bis zu drei Monaten. So richtig teuer wird es dann, wenn alle Sachschäden die Marke von 1.300 Euro übersteigen, denn dann kann der Führerschein bis zu sechs Monate entzogen werden, es hagelt drei Punkte in Flensburg und das Bußgeld, das zu zahlen ist, wird per richterlichen Beschluss (dessen Kosten Sie ebenfalls tragen müssen) festgelegt.

Den Schaden beim Versicherer melden oder doch lieber selber zahlen?

Das ist eine Frage, die nur schwer zu beantworten ist. Die Antwort hängt zum Einen vom eigenen Versicherungsvertrag ab (nur Haftpflicht oder gar Vollkasko ohne Selbstbeteiligung) und zum Anderen davon, ob Sie eine eventuell eintretende Verschlechterung Ihrer Schadensfreiheitsklasse in Kauf nehmen wollen. Denn wer keinen Rabattschutz mit der Versicherung vereinbart hat, läuft Gefahr, dass sich die Versicherungsprämie mit jedem gemeldeten Unfall erhöht. Es kann sich also lohnen, einen kleinen Schaden von 300 Euro lieber selber zu tragen und damit die schlechtere Schadenfreiheitsklasse zu vermeiden.

Wann sollte ein Gutachter eingeschaltet werden?

Auch wenn es bei einem Blechschaden in der Regel keinen KFZ-Gutachter braucht, so kann, wer auf Nummer sicher gehen will, in Absprache mit der eigenen Versicherung, auch ein Kurzgutachten (Kosten: in der Regel zwischen 50 und 100 Euro) beantragen. Die Kosten hierfür werden dann auch vom Versicherer übernommen.

Pro Tag gibt es hierzulande statistisch gesehen mehr als 6.000 Verkehrsunfälle. Auch wenn der große Teil davon zum Glück ohne Personenschaden abgeht, so gehen der Ärger und das Verhandeln um den größten Nutzen daraus nach dem Unfall erst so richtig los. Neben der Haftungsfrage, die ganz eng mit der Schuldfrage verknüpft ist, gibt es auch immer wieder Versicherungen, die naturgemäß versuchen, ihre Kosten so gering wie möglich zu halten. Da wird um jeden Cent gefeilscht und ganz klar ist, dass man, wenn man alle anfallenden Kosten und Entschädigungen haben möchte, die Rechte als Geschädigter bei einem Verkehrsunfall ganz genau kennen sollte. Welche das sind, das verraten wir in unserem Ratgeber.

Auf Nummer sicher – das Schadengutachten

Auch wenn es im ersten Schreckmoment für viele Menschen sehr schwierig sein mag, die Ruhe zu bewahren, so ist das bei einem Unfall mit dem Auto das oberste Gebot. Wer schon an der Unfallstelle beginnt, Fehler zu machen, dem fallen sie später sicher auf die Füße und bereiten Probleme beim Durchsetzen der eigenen Ansprüche. Doch welche Rechte hat man als Geschädigter bei einem Verkehrsunfall überhaupt? Das soll im kommenden Ratgeber Text geklärt werden. Wichtig ist es, Fotos von der Unfallstelle und der Situation vor Ort zu machen. Darauf sollte dann auch zu erkennen sein, ob die Unfallstelle schwer einsehbar war, ob die Straße nass war oder ob es sich um eine Engstelle handelt. Dafür genügt das eigene Smartphone – vorausgesetzt, man achtet darauf, dass die Fotos klar und nicht allzu verwackelt sind. Ein Foto, auf dem nichts zu erkennen ist, nützt niemandem etwas. Zudem sollte man vor Ort Zeugen ansprechen, die den Verkehrsunfall beobachtet haben könnten. Können die dann Angaben machen, so sollte man sich die Personalien der Augenzeugen notieren. Wenn dann damit sichergestellt ist, dass man den Unfallhergang gegenüber der gegnerischen Versicherung nachweisen kann, dann geht es in die eigentliche Unfallregulierung.

Der sicherste Weg, den beim Unfall entstandenen Sachschaden festzustellen und eine Beweissicherung der Schäden sicherzustellen ist das Schadengutachten. Der Fachmann kann genau die Schadenhöhe ermitteln, die durch den Verkehrsunfall entstanden ist. Das Gutachten kann bei einem wirtschaftlichen Totalschaden den Wiederbeschaffungswert sowie den Restwert genau beziffern. Auch die Wertminderung durch den Schaden wird vom Gutachter bestimmt. All das kann ein einfacher Kostenvoranschlag einer Werkstatt nicht leisten. Zudem werden im Gutachten auch die Kosten der Reparatur sowie die voraussichtliche Reparaturdauer angegeben. Letztere ist wichtig für den Nutzungsausfall und die Nutzungsausfallentschädigung. Wer also nicht auf Ansprüche nach einem Verkehrsunfall verzichten will, sollte unbedingt einen Gutachter zur Hilfe holen. Nur er kann die Nutzungsausfallentschädigung und die Wertminderung für den Geschädigten genau festsetzen und so verhindern, dass Ansprüche, die dem Geschädigten wegen Nutzungsausfall und merkantilem Minderwert zustehen, auch durchgesetzt werden. Die Kosten für das Gutachten müssen dabei nicht aus der Privatschatulle des Geschädigten getragen werden, sondern gehen immer zu Lasten der gegnerischen Versicherung, die das Unfallgutachten in Auftrag gibt. Eine solche Begutachtung sollte also immer, außer es greift die Regelung vom Bagatellschaden, bei Schäden, die nicht mehr als 700 bis 800 Euro kosten, durchgeführt werden. Allerdings ist eine gewisse Skepsis gegenüber einem von der Gegenseite beauftragten Gutachter immer angebracht. Auch wenn hierzulande alle Gutachter natürlich unabhängig handeln, so wird ein von der Versicherung, die zahlen soll, verpflichteter Sachverständiger dennoch versuchen, die Schadenssumme und damit die Kosten für die Versicherung so gering wie möglich zu halten.

Die zehn wichtigsten Schadensposten

Eines gleich vorweg: Kein Laie kann alle Schadensposten im Detail kennen und kann die dann im Alleingang korrekt gegenüber der gegnerischen Versicherung durchsetzen. Wer es dennoch versucht, dürfte in vielen Fällen nicht jede einzelne ihm zustehende Schadensersatzposition erstattet bekommen. Ein Anwalt, der auf Verkehrsrecht spezialisiert ist, hilft in dem Fall den Geschädigten, die Ansprüche wegen dem entstandenen Schaden gegenüber der Autoversicherung des Unfallgegners zielgerichtet und in voller Höhe durchzusetzen. Ein Handeln auf eigene Faust ist nicht gerade empfehlenswert, da die gegnerische Versicherung einzelne Schadensersatzpositionen vergessen wird oder die dann mit einer rechtlich unhaltbaren Argumentation abzuschmettern versuchen wird. Im deutschen Recht gilt allerdings der Grundsatz, dass der Geschädigte nach dem Unfall so gestellt werden muss, wie er eigentlich dastehen würde, wenn es den Autounfall gar nicht gegeben hätte. Die wichtigsten Schadensposten sollen hier einmal aufgelistet werden:

Die Werkstatt selber aussuchen

Natürlich will die gegnerische Versicherung immer so viel Geld wie nur möglich sparen und wird einem Geschädigten daher stets die Werkstatt ihrer Wahl vorschlagen. Dabei handelt es sich nicht immer um die beste Werkstatt, sondern meist um die, welche die geringsten Reparaturkosten abruft. Es besteht allerdings keine Pflicht des Geschädigten, auf ein derartiges Angebot eingehen zu müssen. Als Geschädigter hat man das Recht, in die Werkstatt des Vertrauens zu gehen oder gar in eine teure Vertragswerkstatt, ohne dass die gegnerische Versicherung hiergegen etwas einwenden kann. Es gibt in einem solchen Fall nur eine Ausnahme, bei welcher der Versicherer die Fachwerkstatt ablehnen kann: Und zwar, wenn das beschädigte Fahrzeug schon etwas in die Jahre gekommen ist. Sie ist nicht verpflichtet, einen 22 Jahre alten Mercedes auch in der Mercedes-Werkstatt auf eigene Rechnung reparieren zu lassen. Dennoch muss sie stets eine fachgerechte Reparatur durch eine qualifizierte Werkstatt bezahlen.

Geld anstatt einer Reparatur

Gerade, wenn einem das Auto nicht so viel bedeutet und man es ohnehin bald auf den Schrott fahren wollte, entscheiden sich viele Geschädigte eher für das Geld als für eine Reparatur. Wen also ein kleiner Kratzer an der Stoßstange nicht sonderlich stört, der kann sich anstatt der Reparatur auch für die Auszahlung des Geldbetrages entscheiden. Wichtig ist hierbei aber, dass man beachtet, dass die Versicherung in dem Fall die Mehrwertsteuer von der vom Gutachter ermittelten Reparatursumme abzieht. Wer also keinen Verlust machen will, wenn er die Stoßstange später doch noch lackiert, sollte einen günstigeren Lackierer finden.

Den Unfallschaden selbst bezahlen - Ab welcher Summe lohnt sich das?

Jeden Tag passieren auf unseren Straßen tausende von Unfällen. Die meisten davon enden zum Glück nur mit einem Blechschaden, aber auch den muss man regulieren. Eine Übernahme der Kosten erfolgt in der Regel durch die Versicherung des Unfallverursachers. Doch auch wenn der eine Vollkaskoversicherung hat, so wird es für ihn in Zukunft meist teurer. Es kann aber auch vorkommen, dass er den Unfallschaden selbst bezahlen möchte. Welche Folgen das haben kann und was passiert, wenn der Unfallverursacher Fahrerflucht begangen hat und man auf dem Schaden sitzen bleibt, das soll der Artikel ausführlich erläutern. Zudem soll geklärt werden, wann es sich lohnt, über den Rückkauf eines Schadens gründlich nachzudenken.

Vorgehen gegen höhere Beiträge

Ein Unfall kostet immer Geld, auch wenn man den Unfallschaden selbst bezahlen möchte. Doch auch wenn die Schadensregulierung über die KFZ-Versicherung laufen soll, dann sollte man beachten, dass die Beiträge zur Autoversicherung in den kommenden Jahren durchaus steigen werden. Es kann sich also lohnen, den Schaden selber zu zahlen. Autofahrer, die einen Unfall verursachen, bekommen die Schäden am eigenen Auto durch die Vollkaskoversicherung ersetzt. Für Unfallschäden an anderen Fahrzeugen kommt die Haftpflichtversicherung auf. Das stellt für alle am Unfall beteiligten Autofahrer eigentlich in der Regel eine sichere und komfortable Lösung, die für den Unfallverursacher in den Folgejahren aber durchaus noch teuer werden kann. Denn sobald die Police der Versicherung einspringen muss, wird ein Teil vom Schadenfreiheitsrabatt wieder weggekürzt und die Beiträge für die KFZ-Versicherung steigen dann wieder. Somit ist es möglich, dass sich für den Autofahrer aus einem recht kleinen Blechschaden eine regelrechte Kostenlawine für die kommenden Jahre entwickelt. Denn der Beitrag wird hierbei in Zukunft auf jeden Fall steigen.

In welche Schadensfreiheitsklasse man dann neu eingestuft wird, das findet sich meist im Kleingedruckten der Versicherungsbedingungen bzw. sind auch die Versicherungen dazu verpflichtet, hier Auskunft zu geben. Der jahrelangen Höherstufung in Verbindung mit höheren Kosten kann man aber auch entgehen, wenn man die Unfallschäden selbst reguliert. Dazu bieten viele Versicherer die Möglichkeit an, am Jahresende die Kosten für einen oder auch mehrere von der Autoversicherung regulierte Schäden durch den Versicherten selbst übernehmen zu lassen. Auch wenn hier schnell eine stattliche Summe zusammenkommen kann, so ist das oftmals noch günstiger, als eine jahrelang währende Höherstufung. So lässt sich der aktuelle Schadensfreiheitsrabatt effektiv retten. Eine einfache Faustregel hilft dabei, schnell die Schadenssumme zu ermitteln, bei der es sich noch lohnt, den Unfallschaden selbst bezahlen zu wollen. Und zwar entspricht der Wert dem eines Jahresbeitrages bei der Versicherung. Wer also im Jahr rund 1.300 Euro an die KFZ-Versicherung zahlt, sollte einen Schaden bis zu der Höhe selber begleichen bzw. den Schaden von der Versicherung zurückkaufen und vermeidet so die Höherstufung. Denn die Rückstufung in einen schlechtere Schadensfreiheitsklasse kann schon bei einem kleinen Schaden große Auswirkungen haben. Wer zum Beispiel 16 Jahre unfallfrei unterwegs war und die Haftpflichtversicherung nicht in Anspruch genommen hat, dem kann es bei vielen Versicherern passieren, dass er am Ende nur noch den Rabatt für sechs unfallfreie Jahre angerechnet bekommt. Und das kann dann am Jahresende schon viele Euros mehr bedeuten, die an die KFZ-Versicherung fließen müssen.

Einen Unfallschaden selbst regulieren

Ist der Unfall passiert, so hat der Autofahrer zwei Möglichkeiten, die Kosten für den Schade zu begleichen: Entweder, er greift gleich selber in die eigene Tasche und einigt sich mit dem Unfallgegner oder er lässt den Fall erst über den eigenen Versicherer laufen und kauft dann am Ende eines Kalenderjahres die Schadenssumme zurück. Die erste Möglichkeit ist allerdings sehr risikobehaftet und sollte nur bei wirklich sehr marginalen Schäden, wie kleineren Lackschäden an einer Spiegelkappe oder bei einem kleinen, nicht bis in die Grundierung reichenden Kratzer an der Stoßstange angewandt werden. Neben dem Ärger über den Unfall hat man hier auch jede Menge Arbeit. Und eine Selbstregulierung des Unfallschadens lohnt sich auch nur in wenigen Fällen. Vor allem kommt es darauf an, ob man lediglich eine Haftpflichtversicherung hat oder auch über eine Teilkasko oder gar Vollkasko verfügt. In einer Teilkaskoversicherung gibt es keinen Schadensfreiheitsrabatt, weshalb auch die Hochstufung der Schadensfreiheitsklasse hier wegfällt. In einem solchen Fall ist es stets sinnvoller, die Schadensregulierung der Versicherung zu überlassen. Bei einer Vollkaskoversicherung oder einer einfachen KFZ-Haftpflicht kann es sich durchaus lohnen, in solchen Fällen über eine Selbstregulierung des Unfallschadens nachzudenken. Der Nachteil hier ist dann allerdings, dass man sich um alles selber kümmern muss. Zudem kann es zu Problemen kommen, wenn sich im Nachhinein in der Werkstatt noch viel kostspieligere Schäden einstellen, die an der Unfallstelle gar nicht zu erkennen waren. Zudem kann es sehr teuer werden, wenn der Unfallgegner sich für eine Werkstatt im oberen Preissegment entscheidet.

Die Folge können dann langwierige und nervenaufreibende Nachverhandlungen sein. Oder man beißt eben in den sauren Apfel und zahlt auch hier die höheren Kosten aus eigener Tasche. Bevor man einen Unfallschaden selbst bezahlen will, sollte man sich also ganz genau überlegen, ob man sich die Kosten, den Zeitaufwand und die Verhandlungen mit dem Unfallgegner wirklich antun möchte. Wichtig ist zudem, dass man, wenn man sich auf eine private Verständigung einigt, sich als Unfallverursacher vom Gegenüber in jedem Fall eine formlose Verzichtserklärung einholen sollte. Darauf sollten in jedem Fall das Datum sowie die gezahlte Geldsumme vermerkt sein. Ebenfalls ein sehr wichtiger Punkt, der in keiner Erklärung fehlen sollte: Der Unfallgegner versichert hierin, dass er zum am KFZ entstandenen Schaden zukünftig keine weiteren Ansprüche geltend machen wird.

Die Schadensfreiheitsklasse durch Rückkauf retten

Wem das Ganze nun doch zu heikel und zu aufwendig ist, der kann den Schaden auch erst einmal von der Versicherung regulieren lassen. Die Rückstufung auf eine schlechtere Schadensfreiheitsklasse erfolgt ohnehin erst zum Ende des Kalenderjahres, wenn der neue Beitragsbescheid durch die Autoversicherung an den Kunden verschickt wird. Dann kann man sich immer noch entscheiden, ob man nicht doch, wie bei einigen Versicherern möglich, den Schaden zurückkauft und so der Rückstufung entgeht. In der Regel hat man hierfür sechs Monate, manchmal auch bis zu zwölf Monate Zeit, sich für einen Rückkauf zu entscheiden. Wer sich nun dazu entschließt, den von der Versicherung bereits beglichenen Schaden doch selber zu bezahlen, der kommt ohne die sonst übliche Rückstufung davon und bleibt normal weiter wie bisher im eingestuften
Tarif.

Ab wann kann sich ein Rückkauf lohnen

Die Frage nach einer Grenze, unterhalb derer ein Rückkauf des Schadens für den Versicherten lukrativ sein kann, lässt sich pauschal gar nicht beantworten. Hierbei ist es ganz entscheidend, dass man die eigene Schadensfreiheitsklasse genau kennt und dass man sich nach dem Unfall im Kleingedruckten der Versicherungsunterlagen in einer sogenannten Rückstufungstabelle darüber informiert, in welche Schadensfreiheitsklasse man im Normalfall zurückgestuft werden würde. Ein kleines Beispiel soll hier ein bisschen Licht ins Dunkle bringen: Wer in die SF-Klasse 5 eingestuft ist, kann bei seinem individuellen Versicherer sowohl in der Haftpflicht-, als auch in der Vollkaskoversicherung nach der Schadensmeldung in die SF-Klasse 2 zurückgestuft werden.

Wird innerhalb eines Jahres zusätzlich dazu noch ein zweiter Unfall gemeldet, dann kann es ganz schnell in die SF-Klasse 1/2 hinab gehen und die Beiträge steigen deutlich an. Hat man also als Autofahrer mal ein schlechtes Jahr, kann sich das drastisch auf die Versicherungsbeiträge auswirken. Wer allerdings schon länger unfallfrei und ohne Schadensmeldung an die Versicherung ausgekommen ist, der hat vielleicht schon die SF-Klasse 10. Hier ist der Fall dann nicht ganz so tief und es geht vielleicht nur in die SF-Klasse 4 bei der Haftpflicht- sowie in die SF-Klasse 6 bei der Vollkaskoversicherung hinunter. Wichtig ist zudem vor dem Kauf, dass in die Berechnung auch eine eventuell vorhandene Selbstbeteiligung mit einfließen muss. Man kann generell sagen, dass sich ein Schadensrückkauf nur bei kleineren Schäden (bis rund 1.000 Euro) bei gleichzeitig sehr hohen Beiträgen lohnt. Ein hoher Sachschaden sollte in allen Fällen von der Autoversicherung reguliert werden.

Weitere Themen im Blog vom Kfz-Gutachter in Nürnberg:

Auf unseren Straßen sind immer mehr Fahrzeuge (PKW, LKW, Motorräder, Transporter usw.) unterwegs. Demzufolge kommt es leider auch immer wieder zu Unfällen und dann wird meist ein Gutachter zur Begutachtung vom Schaden herangezogen. Die Sachverständigen kommen zudem zum Einsatz, wenn ein Gutachten über den Wert eines Fahrzeuges angefertigt werden muss. Auch sonst geht dem Gutachter die Arbeit im Kfz-Bereich eigentlich nie aus. Ein sicherer Job, der je nach Grad der eigenen Ausbildung und der Qualifikation auch richtig gut bezahlt wird. Wer jetzt darüber nachdenkt, Kfz-Sachverständiger werden zu wollen, der bekommt hier alle nötigen Informationen die es für die Qualifikation zum Kfz-Sachverständigen braucht.

Die Voraussetzungen

Wer Kfz-Sachverständiger werden möchte, sollte im Bereich Kfz natürlich einen hohen Sachverstand besitzen und ein Experte auf dem Gebiet sein, der sowohl Privatleute als auch Unternehmen in strittigen Fällen mit Rat und Tat zur Seite steht. Der Sachverständige sollte dabei über ein umfangreiches Fachwissen verfügen und eine hohe Kompetenz auf seinem Gebiet vorweisen können. Im Falle vom Kfz-Gutachter ist das natürlich der Bereich der Fahrzeugtechnik und des Unfallwesens. Dort sollte der Sachverständige über einen hohen Sachverstand verfügen und eine überdurchschnittlich hohe fachliche Expertise mitbringen. Um sich Kfz-Sachverständiger nennen zu können genügt es also nicht, wenn man einen Gesellenbrief als Kfz-Mechaniker in der Hand hat. Hierfür sind höhere Qualifikationen wie ein Kfz-Mechaniker-Meister, Karosserieschlossermeister, Lackierer-Meister, Zweiradmechaniker-Meister, ein Kfz-Techniker oder ein Diplom-Ingenieur erforderlich. Der Gesetzgeber hat für eine bessere Zuordenbarkeit die Begriffe öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger sowie staatlich anerkannter Sachverständiger eingeführt. Was die Bezeichnungen unterscheidet, wird später noch näher erläutert. Sachverständige sind meist bei den großen Arbeitgebern wie TÜV, GTÜ oder Dekra angestellt. Es gibt aber auch große Sachverständigenbüros und Schätzungen zufolge 5.000 bis 6.000 selbständige freie Gutachter. Insgesamt schätzt man, dass rund 10.000 Kfz-Gutachter hierzulande arbeiten.

Eine der wichtigsten Voraussetzungen überhaupt, um ein Kfz-Sachverständiger werden zu können, ist die Sachkunde. Die wird durch einen Universitätsabschluss oder ein Hochschulstudium in einer entsprechenden Fachrichtung (Maschinenbau, Fahrzeugtechnik oder Elektrotechnik) erworben. Neben der eigentlichen Qualifikation ist auch langjährige Berufserfahrung wichtig, um den Job des Gutachters ausüben zu können. Insbesondere für handwerksbezogene Sachverständigentätigkeiten ist das von großer Relevanz. Liegt ein Meistertitel oder eben ein einschlägiges Studium vor, dann steht vor der Arbeit als Kfz-Sachverständiger noch die Weiterbildung zum Sachverständigen, welche im Rahmen von Seminaren/Fernstudium stattfinden wird, an. Wer einen Diplom Ingenieur als Abschluss in der Tasche hat, kann auch als freiberuflicher Kfz-Sachverständiger arbeiten. In der ist eine derartige Möglichkeit für Kfz-Meister nicht gegeben, auch wenn es Ausnahmen von der Regel geben kann. Wer nicht freiberuflich als Sachverständiger arbeiten kann, muss ein einkommenssteuerpflichtiges Gewerbe anmelden. Das örtliche Finanzamt hilft hier sicher bei eventuell auftauchenden Fragen.

Welche Arten von Kfz-Sachverständigen gibt es?

Wer als Gutachter möglichst lange erfolgreich und auch gut bezahlt arbeiten möchte, für den reicht nur die Ausbildung zum Kfz-Meister bzw. der Studienabschluss nicht aus. Auch die Berufserfahrung alleine macht noch keinen guten Kfz-Sachverständigen aus. Für angehende Kfz-Gutachter ist es wichtig, sich in einer weiterführenden Ausbildung das notwendige Wissen anzueignen, mit dem sie später nicht nur fachlich richtige Gutachten schreiben können, sondern die ihnen auch einen „Blick über den eigenen Tellerrand“ ermöglicht. Das hilft dabei, Fehler zu vermeiden und letztendlich auch Haftungsrisiken zu minimieren. Wer sich zum Gutachter weiter- bzw. ausbilden lassen möchte, für den stehen gleich fünf Möglichkeiten zur Auswahl:

Möglichkeiten einer Ausbildung zum Sachverständigen

Wer eine lange und erfüllte Karriere als Gutachter einschlagen will, der braucht grundlegende Kenntnisse, die ein Gutachter unbedingt mitbringen muss, die aber weder in einer Berufsausbildung, noch in einem Studium vermittelt werden. Auch eine jahrelange Berufserfahrung hilft hier nur bedingt weiter. Vor allem rechtliche und formale Aspekte müssen in einer Zusatzausbildung erworben werden. Dafür gibt es drei verschiedene Wege:

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